TSP stellt das gesamte Spielequipement für die Hochschulmeisterschaften Tischtennis zur Verfügung

16.03.09 13:56 Alter: 4 Jahre

Die TSP Tischtennis GmbH, ein Unternehmen aus Flein in der Nähe von Heilbronn, ist neuer Kooperationspartner des adh. Für die kommenden vier Jahre liefert TSP die gesamte Ausrüstung für die Deutschen Hochschulmeisterschaften (DHMs) Tischtennis. So sollen die Hochschulen bei der Ausrichtung der DHMs unterstützt werden. Zu Beginn der Kooperation stand Geschäftsführer Florian Wehner für ein Interview zur Verfügung.

Herr Wehner, für Tischtennislaien ist TSP eine unbekannte Marke. Wofür steht der Name TSP und woher kommt die Firma?
Die Firma TSP hat ein alteingesessenes, japanisches Mutterhaus, kommt also aus einem der Tischtennisländer überhaupt. Die Buchstaben stehen als Kürzel für Tonomura Sports Products. In Deutschland ist TSP seit 30 Jahren auf dem Markt. Damals hat Moira Grumbach in Reutlingen die Europazentrale eröffnet. Seitdem werden von Deutschland aus exklusiv alle Einzelhändler in Europa beliefert.

Sie haben im Jahr 2009 eine Kooperation mit dem adh als offizieller Ausrüster der DHM Tischtennis geschlossen. Wie kam es zu diesem Engagement?
Wir waren bereits bei der DHM 2008 in Karlsruhe als Ausrüster vertreten. Damals entwickelte sich die Zusammenarbeit über zwei Studierende der Hochschule. Die beiden haben mich auf der Studierenden-Weltmeisterschaft 2007 in Zagreb angesprochen und wir waren uns schnell einig. Bei meinem Besuch der DHM konnte ich mich von der professionellen Veranstaltung überzeugen. Dort wurde mir ebenfalls signalisiert, dass der adh gerne an einer längerfristigen Kooperation interessiert sei.

Welche Bausteine beinhaltet die Kooperation genau und wie präsentiert sich TSP bei einer DHM?
Wir liefern das komplette Equipement für die DHM: Schläger, Bälle, Netze, Tischtennisplatten und weiteres Notwendige für die Durchführung dieser Veranstaltung. Je nach Hallenbeschaffenheit wird unser Material in blauer oder grüner Farbe sein. Dies stimmen wir mit der ausrichtenden Hochschule ab. Zu unseren Leistungen gehört auch der An- und Abtransport der Materialien. Die Hochschulen bekommen also ein Full-Service-Angebot und müssen sich nicht auf die Suche nach geeignetem Spielmaterial machen. Auf dem ganzen Equipement ist natürlich das Logo von TSP. Deshalb ergibt sich für uns ein einheitliches Markenbild auf der Veranstaltung.

Welcher logistische Aufwand steckt denn hinter dem Engagement?
Wir beladen einen 7,5 Tonnen LKW in unserem Lager in Flein und transportieren das Material zu der ausrichtenden Hochschule. Ein Mitarbeiter steht dann während der gesamten Veranstaltung vor Ort zur Verfügung, um bei Fragen ansprechbar zu sein und beim Auf- und Abbau zu assistieren.

Welche Vorteile, neben der Stellung des Spielmaterials, haben die Hochschulen dabei?
Durch das komplette Material von TSP ergibt sich ein einheitliches Erscheinungsbild. Das erhöht die Vermarktungschance für die Hochschule, da potenzielle Sponsoren durch den professionellen Auftritt leichter überzeugt werden. Die Hochschulen können im Anschluss an die DHM ebenfalls das Equipement zu Sonderkonditionen übernehmen.

Neben der DHM Tischtennis unterstützt TSP noch zahlreiche weitere Veranstaltungen sowie Sportlerinnen und Sportler. Um wen handelt es sich und was sind die Beweggründe für diese Engagements?
TSP ist sehr stark im Behindertenbereich aktiv. Wir haben unter anderem Jochen Wollmert, Paralympicssieger 2008 aus Peking, unter Vertrag und unterstützen ihn auf seinem Weg zu den Spielen 2012 in London. Jochen hat im Finale der Paralympics den favorisierten Chinesen geschlagen und konnte danach nur noch mit Leibwächter auf die Straße gehen. Aber nicht weil er Angst vor Übergriffen haben musste, sondern weil er danach der gefeierte Star in China war.
Diese Zusammenarbeit erstreckt sich über die eigentliche Ausstattung mit Spielgerät hinaus. Wir suchen ihm weitere Sponsoren oder einen neuen Verein in der Nähe von Stuttgart. Dorthin ist Jochen Wollmert gerade umgezogen. Wir möchten ihm so genug Konzentration und Kraft für das Training und die anstehenden Spiele geben. TSP ist es höchst sympathisch, wenn Menschen mit einer Behinderung so für ihren Sport leben. Häufig trainieren behinderte Aktive sehr viel und müssen gleichzeitig ihren Lebensunterhalt verdienen. Unter ihnen gibt es fast keine Profisportler.

Gibt es weitere Aktionen zur Unterstützung des Tischtennissports?
Neben unserer Unterstützung im Behindertenbereich sind wir bei der „Deutschland bewegt sich“-Aktion dabei. Die Tour ist in ganz Deutschland in 20 Städten unterwegs – über zwei Millionen Menschen wird angeboten, selbst Sport zu machen. Es freut uns, auch hier langfristig Partner zu sein. Daneben pflegen wir noch zahlreiche Kooperationen im Spitzen-, Jugend- und Vereinssport. Unter anderem sind wir Partner des mehrmaligen Deutschen Meisters und Champions-League Siegers der Damen TTC Langweid. Ebenfalls unterstützen wir den Tischtennisverband Württemberg-Hohenzollern, einen der erfolgreichsten Verbände in Deutschland. 2006 haben wir in Bremen das weltweit größte Turnier, die Seniorenweltmeisterschaft, ausgestattet. TSP stellte 180 Tische und 3.500 Spielfeldumrandungen für 3.800 Spielerinnen und Spieler zur Verfügung. Gespielt wurde eine Woche lang in drei Messehallen in Bremen.

Die Firma ist Anfang 2009 von Reutlingen nach Flein umgezogen. Was war der Grund dafür?
Der Umzug hatte zwei Gründe: Zum ersten hatten wir in Reutlingen nicht genug Platz, vor allem für unser Lager. Zum zweiten gab es Anfang 2009 einen Wechsel in der Geschäftsführung. Ich habe als neuer Geschäftsführer die Leitung von Moira Grumbach übernommen. Die Umgebung von Flein ist meine Heimat und aufgrund des europaweiten Versandes spielt der Sitz des Unternehmens keine große Rolle.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigt TSP?
Neben mir sind momentan vier festangestellte Mitarbeiter für TSP aktiv. Ende des Jahres und 2010 kommen noch BA-Studierende dazu. Uns ist es wichtig, jungen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen und die Vorzüge des BA-Studiums habe ich durch meine eigene duale Ausbildung kennengelernt.

Wie kam es, dass Sie Geschäftsführer von TSP wurden und wie ist Ihr persönlicher Werdegang?
Nach 30 Jahren ist Moira Grumbach in den Ruhestand getreten. Als Absolvent im Sportmanagement beim Tischtennisverband Württemberg-Hohenzollern kenne ich mich in der Branche sehr gut aus. Im Anschluss war ich ab 2007 freiberuflich für TSP tätig und dabei viel im Ausland und bei Kunden unterwegs. Schritt für Schritt wurde ich intensiver in das Unternehmen eingebunden und schließlich gefragt, ob ich die Geschäftsführung übernehmen möchte. Ich spiele schon mein Leben lang Tischtennis und konnte so mein Hobby zum Beruf machen.